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Expertenstandards

Expertenstandards wurden vom "Deutschen Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege" (DNQP) entwickelt. Ziele des DNQP sind nicht nur Entwicklung und Implementierung auf wissenschaftlichen Studien basierender Expertenstandards, sondern auch Beforschen von Methoden und Instrumenten zur Qualitätsentwicklung und -messung in der Pflege.

Die Entwicklung der ersten sechs deutschen Expertenstandards war im Jahr 2009 abgeschlossen. Doch es befinden sich zurzeit weitere Standards in der Entwicklung.


Nationale Expertenstandards der Pflege:

1. Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege (2000)
2. Expertenstandard Entlassungamanagement in der Pflege (2004)
3. Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege (2005)
4. Expertenstandard Sturzprophylaxe in der Pflege (2006)
5. Expertenstandard Förderung der Harnkontinenz in der Pflege (2007)
6. Expertenstandard Pflege von Menschen mit chronischen Wunden (März 2008)
7. Expertenstandard Ernährungsmanagement zur Sicherstelllung und Förderung der
    oralen Ernährung in der Pflege (2009)
8. Expertenstandard Schmerzmanagement bei chronisch nicht malignen Schmerzen
    (Veröffentlichung voraussichtlich 2010)


Zu den Expertenstandards:

Der Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege ist der erste Expertenstandard, der im Jahre 2000 vom Deutschen Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) entwickelt wurde.

Ein Druckgeschwür (lat. Dekubitus, genannt auch Dekubitalulcus) ist eine durch länger anhaltenden Druck (Druck mal Zeit) entstandene Schädigung der Haut und des darunter liegenden Gewebes. Der Begriff Dekubitus ist in der Allgemeinheit auch als "Wundliegen / Durchliegen" bekannt. Die Effektivität der Dekubitusprophylaxe gilt in der Praxis als inoffizieller Gradmesser für Pflegequalität.

Der vorliegende Expertenstandard beschreibt den Beitrag der Pflege zur Dekubitusprophylaxe. Die Versorgung der Patienten / Betroffenen findet jedoch in der Regel berufsgruppen- und häufig auch sektorenübergreifend unter Beteiligung von Angehörigen und Hilfskräften statt. Maßnahmen zur Vermeidung eines Dekubitalulcus können daher nur in Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure einschließlich des Patienten / Betroffenen selbst erfolgen. Die Delegation von Tätigkeiten der Pflegefachkraft an Pflegehilfskräfte erfolgt im Rahmen ihrer Verantwortlichkeit. Der Einsatz von Technik und Hilfsmitteln bietet eine sinnvolle Unterstützung, ersetzt aber nicht die notwendige Förderung, Anleitung und Unterstützung bei der körpereigenen Bewegung des Patienten / Betroffenen.


Der Expertenstandard Entlassungsmanagement in der Pflege richtet sich primär an Pflegefachkräfte in stationären Gesundheitseinrichtungen, das heißt Krankenhäuser, Fach- und Rehabilitationskliniken, um den sog. „Drehtüreffekt“ zu vermeiden. Für die ambulante Pflege ist er demnach nicht relevant.


Der Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege richtet sich an Patienten mit starken Schmerzen jeglicher Herkunft.

Denn Schmerzen beeinflussen das physische, psychische und soziale Befinden und somit die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen. Durch eine rechtzeitig eingeleitete systematische Schmerzeinschätzung, Schmerzbehandlung sowie Schulung und Beratung von Patienten / Betroffenen und ihren Angehörigen tragen Pflegekräfte maßgeblich dazu bei, Schmerzen und deren Auswirkungen zu kontrollieren bzw. zu verhindern.

Das bedeutet, dass jeder Patient / Betroffene mit akuten, tumorbedingten oder chronischen Schmerzen sowie zu erwartenden Schmerzen ein angemessenes Schmerzmanagement erhält, das dem Entstehen von Schmerzen vorbeugt, sie auf ein erträgliches Maß reduziert oder beseitigt.


Der Expertenstandard Sturzprophylaxe in der Pflege hat zum Ziel, Stürze und Sturzfolgen zu vermeiden, indem ursächliche Risiken und Gefahren erkannt und nach Möglichkeit minimiert werden. Er richtet sich an alle Pflegekräfte, die Patienten oder Bewohner entweder in der häuslichen Umgebung oder in einer Einrichtung der stationären Gesundheitsversorgung oder der Altenhilfe betreuen.

Stürze stellen insbesondere für ältere und kranke Menschen ein hohes Risiko dar. Sie gehen häufig mit schwerwiegenden Einschnitten in die bisherige Lebensführung einher, die von Wunden und Frakturen über Einschränkung des Bewegungsradius infolge verlorenen Vertrauens in die eigene Mobilität bis hin zum Verlust einer selbstständigen Lebensführung reichen.

Durch rechtzeitige Einschätzung der individuellen Risikofaktoren, eine systematische Sturzerfassung, Information und Beratung von Patienten / Bewohnern und Angehörigen, sowie gemeinsame Maßnahmenplanung und Durchführung kann eine sichere Mobilität gefördert werden.


Der Expertenstandard Förderung der Harnkontinez in der Pflege befasst sich mit der Harninkontinenz bei erwachsenen Patienten und Bewohnern und richtet sich an Pflegekräfte in Einrichtungen der ambulanten Pflege, der Altenhilfe und der stationären Gesundheitsversorgung.

Der Expertenstandard behandelt vor allem die Erkennung und Analyse des Problems, Erhebungsmethoden, die Einschätzung unterschiedlicher Inkontinenzprofile und verschiedene Interventionsmöglichkeiten.


Der Expertenstandard Pflege von Menschen mit chronischen Wunden beschreibt den pflegerischen Beitrag zur Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden.

Jeder Patient oder Bewohner mit einer chronischen Wunde vom Typ Dekubitus, arteriellem und / oder venösem Ulcus cruris oder diabetischem Fußsyndrom erhält eine spezielle pflegerische Versorgung, die seine Lebensqualität fördert, die Wundheilung unterstützt und Rezidivbildung oder Neuentstehung von Wunden vermeidet.


Der Expertenstandard Ernährungsmanagement zur Sicherstellung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege beschreibt den pflegerischen Beitrag zum Ernährungsmanagement und zielt darauf ab, eine bedürfnisorientierte und bedarfsgerechte orale Ernährung von kranken und pflegeabhängigen Menschen zu sichern und zu fördern. Mit einer angemessenen Unterstützung bei der Aufnahme von Speisen und Getränken sowie der Gestaltung der Mahlzeiten ist zu gewährleisten, dass eine Mangelernährung verhindert oder bereits bestehenden Ernährungsdefiziten begegnet wird.




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